Aus der Dunkelheit treten zwei Gestalten hervor. Ihre kahle Körperlichkeit lässt sie zu zeitlosen Stellvertretern menschlicher Existenz werden. Zwischen ihnen ein fließendes Tuch, ein Stoff wie Wasser, wie eine Verbindung. Ohne dass man sie wirklich sieht, aber doch spürt. Die größere Figur rechts hält den Stoff nicht fest, sie trägt ihn, lässt ihn fließen. Ihre Hand ist ausgestreckt, ihr Blick ist ruhig, als hätte sie schon verstanden, dass Verbundenheit kein Besitz ist. Die kleinere Gestalt links greift tastend danach. Ihre Hände sind zögernd, als prüfe sie, ob das Band sie hält oder verschlingt, ob es sie hinabreißt oder auffängt. In ihrem Gesicht liegt Sehnsucht.
Mein Bild zeigt einen stillen Protest für das Verbindende und Menschliche. Es erzählt von Beziehung ohne Verschmelzung. Von Weitergabe ohne Verlust. Von dem leisen Moment, in dem jemand sagt - nicht mit Worten, sondern mit einer offen ausgestreckten Hand: Ich halte dich nicht fest, aber ich lasse dich auch nicht fallen.

